Sonntag, 26. Februar 2012

Bine und Rebecca: Verpasste lesbische Chance?


Nicht nur Bine und Rebecca, sondern "Unter uns" generell
betrat mit der lesbischen Geschichte Neuland. © 2011 RTL

Die erste homosexuelle Liebesgeschichte bei „Unter uns“ scheint zu Ende erzählt: Rebecca entschied sich letztendlich doch für Ehemann und Kind und verliess im letzten Moment Bine, mit der sie auf ein Hausboot gezogen wäre.
Die ganze Story: Bine trennt sich von ihrem Freund Nils, der sie immer wieder geschlagen hat und findet bei Rufus und Rebeca eine neue Unterkunft. Rebecca steht ihr bei, dabei verliebt sich Bine in sie. Als Rebeccas Adopitivtochter Lili entführt wird, ist es Bine wiederum, die Rebecca eine Stütze ist. Da Rufus, Rebeccas Ehemann, mitschuldig ist an der Entführung, distanziert sich Rebecca immer mehr von ihm. Rebecca und Bine küssen sich und nach mehrmaligem Hin und Her schlafen sie schliesslich miteinander.
Irgendwann müssen sich beide eingestehen, dass sie sich lieben. Rebecca trennt sich von Rufus und bekennt sich zu Bine, bleiben aber zu dritt mit Baby in der gleichen Wohnung. Rufus versucht Rebecca zurückzugewinnen, Bine will mit ihr in ein Hausboot ziehen. Beim Umzug in das Hausboot bemerkt Rebecca, dass sie Rufus doch liebt und kehrt zu ihm zurück.
Hat "Unter uns" die Geschichte zu flach erzählt? © 2011 RTL
Die Zuschauer mussten tatsächlich 16 Jahre lang warten, bis „Unter uns“ sich an eine homosexuelle Geschichte heranwagte. Dies verwundert in zwei Punkten: einerseits sind schwule Zuschauer besonders soapaffin und damit auch für die Werbewirtschaft interessant, andererseits hatten andere Soaps wie „Verbotene Liebe“ oder „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“ bereits in den 90er-Jahren schwullesbische Stroylines – und allen ist bestens bekannt, dass Soaps sich gerne gegenseitig kopieren. Für dass sich „Unter uns“ so viel Zeit liess für eine lesbische Geschichte, ist die Story aber ziemlich flach. Rebecca Mattern, gespielt von Imke Brügger, ist mittlerweile seit über 14 Jahren in der Serie und interessierte sich nie für Frauen, sondern war stets – anfangs besonders verzweifelt – auf Männerjagd. Und doch ist Rebecca, die zu Anfangszeiten als dominante Polizistin eher burschikos rüberkam, die einzige Figur, bei der man sich – zumindest von der ursprünglichen Anlegung der Rolle – am ehesten noch vorstellen konnte, eine homophile Ader zu haben. Bine hingegen bedient das übliche lesbische Klischee, wonach gewisse Frauen erst aufgrund besonders negativer Erfahrungen mit Männern sich ans andere Ufer wagen. Und doch, so wie die Story nun erzählt wurde, scheint das Thema für die Macher bereits gestrichen: für Rebecca war es nur mal so eine Phase, während Bine sowieso nicht mehr lange bei „Unter uns“ bleibt, denn Ela Paul wird nach dem Start der nächsten Produktionsperiode Ende Februar nur noch für eine Staffel lang für die Daily drehen.
Überzeugend war die Geschichte nie, gerade auch das Outing wurde ziemlich unspektakulär inszeniert. Dies ist zwar zeitgemäss, jedoch für Soapverhältnisse besonders langweilig. Damit hat „Unter uns“ klar die Chance verpasst, wieder von sich hören zu lassen. Vergleicht man beispielsweise „Verbotene Liebe“, bei der die schwulen Geschichte von Chris und Olli  weltweit auf Youtube hunderttausende Zuschauer anlockte und die Geschichten in den unterschiedlichsten Sprachen untertitelt werden, so bleibt die „Bine und Rebecca“-Geschichte eine zu Recht von der Internetcommunity übersehene Storyline. Dies obwohl Brügger und Paul das Beste aus der mauen Geschichte rausholten und für Soapverhältnisse recht einfühlsam ihre lesbischen Gefühle spielten.

Kommentare:

  1. Ich weiß ja nicht, aber kann es nicht sein, dass die Geschichte zu so einem schnellen Ende kam, eben weil Ela Paul aussteigt. Das bedeutet ja auch, dass die Autoren ihre Pläne für Bine begraben müssen (egal, wie die Pläne aussahen).

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  2. Auch wenn sehr viele anderer Meinung sind, ich persönlich fand die beiden Hammer.
    Eigentlich sehr schade, das es so schnell vorbei war. :-( Wäre toll, wenn es diese Szenen auf Dvd geben würde.

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